Notariatsarchiv

Da der Kanton Basel-Stadt kein Amtsnotariat kennt, müssen die nicht mehr amtenden Notare ihre Siegel, Stempel und Protokolle dem Staatsarchiv abliefern, wo sie unter der Aufsicht des Justiz- und Sicherheitsdepartements dauerhaft verwahrt werden. Grundlage dieser Regelung sind die Bestimmungen im Notariatsgesetz des Kantons Basel-Stadt (SG 292.100).

Das Notariatsarchiv ist sehr umfangreich und reicht bis ins Jahr 1572 zurück. Es enthält wesentliche Informationen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Basels, dokumentiert es doch die Besitzverhältnisse bei Grund und Boden sowie Liegenschaften. Dies ist v.a. für den Wandel Basels zur modernen Industriestadt im 19. und frühen 20. Jahrhundert von grosser historischer Bedeutung.

Das Notariatsarchiv gliedert sich nach einer alten Systematik, unter welcher bis 2008 die einzelnen Bände mit einer fortlaufenden Nummer versehen wurden, und nach einer neuen Systematik, wo die Notariatsarchive wie in den anderen Archivabteilungen nach Provenienzbeständen aufgestellt sind. Alle Siegel und Stempel der nicht mehr praktizierenden Notare sind in der alten Systematik abgelegt.

Die Benutzung unterliegt besonderen Schutzfristen. Unterlagen, die älter als 100 Jahre alt sind, stehen ohne Bewilligung zur Verfügung. Gesuche um Benützung von im Notariatsarchiv aufbewahrten Archivgut, das 100 Jahre alt oder jünger ist, sind an den Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements zu richten.

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