Zunftarchive

Aufbau und Ordnung

Die Abteilung der Zunftarchive geht auf einen Beschluss der Historischen und Antiquarischen Gesellschaft zu Basel vom 4. März 1880 zurück, in dessen Folge Staatsarchivar Rudolf Wackernagel im Laufe der Jahre 1881 bis 1886 eine grosse Zahl der Zunftarchive gesichtet und inventarisiert hat. Weitere Archive wurden in den Jahren 1889/99, die letzten unter den Staatsarchivaren August Huber 1924 und Paul Roth 1935/37, geordnet und verzeichnet.

In diese ursprüngliche Ordnung wurden bis in die 1990er-Jahre hinein weitere Aktenablieferungen der Zünfte und Gesellschaften an das Staatsarchiv integriert. Der unregelmässige Ablieferungsrhythmus und der oft nur lückenhafte Inhalt dieser Ablieferungen ("Splitterablieferungen") erschwerte jedoch zusehends die Integration der Unterlagen in die bestehenden Archivpläne, so dass zahlreiche Aktenablieferungen gar nicht mehr erschlossen wurden. Deshalb wurde im Jahre 2001 für jedes einzelne Zunftarchiv die Seriengruppe AA gebildet, unter welcher der weitere Zuwachs in summarischer Form erfasst wird.

Geschichte der Zünfte

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war der überwiegende Teil der mündigen männlichen Stadtbevölkerung in den 15 Zünften organisiert. Bis 1798 blieben die Zünfte Träger der städtischen Verfassung und bildeten den Kern des städtischen Lebens in religiöser, gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher und verwaltungstechnischer Hinsicht.

Die Zunftarchive sind daher sowohl für die wirtschaftliche als auch für die politische Geschichte Basels ein erstrangiger Quellenbestand. Ebenso sind sie auch für die Personengeschichte von grosser Bedeutung.

Die Bedeutung der Zünfte in der Gegenwart

Heute sind die Zünfte und Gesellschaften Körperschaften öffentlichen Rechts, die seit über hundert Jahren der Aufsicht des Bürgerrates unterstehen. Ihre gesetzliche Aufgabe ist auf die Verwaltung der überlieferten Zunftvermögen reduziert. Aus den Erträgen leisten sie durch Vergabungen Beiträge an soziale und kulturelle Institutionen der Bürgergemeinde, der Stadt Basel und des Kantons Basel-Stadt. Die Rechnungen, Mitgliederbestand und Zusammensetzung der Vorstände werden jeweils im Verwaltungsbericht des Bürgerrates publiziert.

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